Ausstellung: Orte der Stille

Eröffnung: 02. November 2014, 17.30 Uhr

Dauer: 03. bis 23. November 2014

Ort: Joseph Haydnplatz, Eisenstadt (vor der Haydnkirche)

„Tod“ ist eine außergewöhnliche Grenzerfahrung im Leben des Menschen. Verschiedene Kulturen haben unterschiedliche Rituale entwickelt, um diese Tatsache in den Lebensablauf zu integrieren. In der abendländischen Kultur ist das mit „Abschied‐Nehmen“ verbunden. Die Gesellschaft hat im Laufe der Zeit diesen Akt aus dem privaten Bereich in den öffentlichen Raum übertragen und dazu Aufbahrungshallen entworfen.

Diese übernehmen einerseits jene Funktionen, die aufgrund hygienischer und gesundheitlicher Auflagen gegeben sind, andererseits ermöglichen sie auch, dass eine größere Zahl an Menschen diesen Prozess des „Abschied‐Nehmens“ begleitet.

All diese Umstände sind in der architektonischen Gestaltung dieser Räume und Bauten berücksichtigt worden und aus christlich‐theologischer Sicht ist „Tod“ kein isoliertes Einzelereignis sondern wird erst durch „Auferstehung“ vollendet. So ist diese Dualität bei allem Schmerz und aller Trauer des „Abschied‐Nehmens“ eine hoffnungsvolle Perspektive, die den Blick nach vorne richtet. Auch diese inhaltliche Ausrichtung wurde und wird in der Architektur auf vielfältige Weise interpretiert, reflektiert und umgesetzt.

Die Ausstellung „Orte der Stille“ widmet sich den letzten, uns umgebenden irdischen Räumen - Aufbahrungshallen, Urnenhainen und den Friedhöfen - Räume an der Schnittstelle zu neuen Perspektiven.

Anhand von sechs burgenländischen und sechs nationalen Beispielen wird der architektonische Umgang mit Verabschiedung, Trauer und Bestattung thematisiert.

Im Burgenland erfolgte die Errichtung von Aufbahrungshallen in den 1960er und 1970er Jahren hauptsächlich nach funktionalen Aspekten. Es finden sich dennoch Beispiele, deren architektonische Qualität dieser Bauaufgabe eine stärkere Bedeutung einräumt.

Heute ist der gesellschaftliche Umgang mit Tod und Sterben immer mehr aus dem familiären Kontext gelöst und verlagert sich in die Anonymität von Krankenhäusern und Pflegeheimen. Umso mehr erfahren neuerrichtete Andachts- und Verabschiedungsräume eine spezifischere Gestaltung, die den Umgang mit dem Tod wieder als einen wesentlichen Bestandteil unserer Kultur ins Bewusstsein ruft. Im Burgenland folgen dieser Tendenz zwei aktuelle Projekte. Stellvertretend für die katholische und die evangelische Glaubensgemeinschaft spannen diese den Bogen zu den nationalen Beiträgen.

Die Beispiele zeigen atmosphärisch durchgebildete Raumfolgen, die sich an Ritualen orientieren, Orte der Stille für Trauer und Abschied bieten und - als Orte des Übergangs - uns mit der Endlichkeit des Daseins konfrontieren.

Diese zeitgenössischen Statements werden durch einen neugestalteten Urnenhain und einen neuangelegten islamischen Friedhof ergänzt.

In Erweiterung des Gedankens „architektonischer Raum“ wird dazu der „musikalische Raum“ kommen, der ja in der Bergkirche durch das musikalische Schaffen von Joseph Haydn bestimmt wurde und bis ins Heute weiterwirkt. „HIMMEL und HAYDN“ vergibt einen Kompositionsauftrag für eine neue Komposition, die sich mit dem Thema „Tod und Auferstehung“ im Klangraum der Bergkirche einerseits und mit Reflexionen zur Architektur der Aufbahrungshallen andererseits auseinandersetzt.

Damit soll die Sinneswahrnehmung der Besucherinnen und Besucher nochmals erweitert werden und Angebote zur konstruktiven Auseinandersetzung mit diesen komplexen Themenfeldern bieten.

Preis: 

Eintritt frei!

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